Die Propaganda macht den Erfolg

© Laurie Shaull (CC BY-SA 2.0)

Man freut sich über die Wahl Macrons in Frankreich und CDUler freuen sich über die Wahl von Daniel Günther in Schleswig-Holstein. In beiden Fällen sehen die Sieger ihren Erfolg als Bestätigung für ihre Politik. Für eine gute Politik also. Ebenso sehen sich die Sieger darin bestätigt, dass schlechte Politik zur Niederlage ihrer Widersacher führte. In Wirklichkeit aber sind Erfolg und Niederlage nur Ergebnis von guter oder schlechter PR. Nicht zwangsläufig von guter Politik. Man kann auch über Jahre hinweg eine schlechte Politik machen und trotzdem erfolgreich sein. Man muss die Bevölkerung nur mittels guter PR glauben lassen, man mache gute Politik. Erfolg baut also nicht unbedingt auf klugen Taten sondern vor allem auf klug gewählten Worten. Die nach Erfolg auftretende Selbstbestätigung ist also unter Umständen ein Trugschluss. Politiker, die sich auf ihren Siegesfeiern in Ruhm baden, haften möglicherweise der Illusion an, dass man sie wegen ihrer Ideen gewählt hätte. Viel wahrscheinlicher ist, dass man sie wählte, weil sie sich in der Öffentlichkeit am besten in einem guten Licht präsentieren konnten.

Hintergrund: Ich lese derzeit „Propaganda – die Kunst der Public Relations“ von Edward Bernays. Das 1929 erschienene Buch erklärt die Grundlagen der Propaganda, der Public Relations und welche enorme Bedeutung sie für unser Leben hat. Nicht nur in der Politik, sondern auch in der Werbung sind wir ständig von Propaganda umgeben. Im übrigen stammt der Begriff aus der Zeit vor dem dritten Reich, also bevor er eine negative Konnotation bekam. In seiner ursprünglichen Definition bedeutet der Begriff nicht viel mehr als das Beeinflussen der öffentlichen Meinung. Ich empfehle dieses Buch, da es hilft, sich bewusst zu werden, dass wir die meisten Dinge auf der Welt eben nur durch eine Brille betrachten, die uns jemand anderes unbemerkt aufgesetzt hat.

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